Der Leidensweg zum Mac

(2008-09-05)

Vorsicht! Dieser Artikel spiegelt lediglich meine persönliche Erfahrung und Meinung!

Dieser Artikel soll nicht dazu dienen, Beratung oder Empfehlungen auszusprechen. Die hier angebotenen Informationen sind keine Grundlage für etwaige Entscheide.

Ich war schon direkt nach der Vorstellung des Mac Mini von seinem Konzept begeistert. Nicht dass Mini-PCs etwas neues wären, nein, schließlich gibt es ja schon lange genug Laptops – aber SO klein und dann auch noch ein Mac drin, das ist schon toll. Der Preis ist auch nicht so gewaltig hoch, wie bei einigen Laptops (gut, die haben auch noch ein TFT dabei, aber selbst mit TFT schlägt der Mini die meisten Laptops beim Preis).

eBay
eBay

Die Entscheidung wurde also nach einigem Hin- und Her, Anwendungen suchen bei Google und Forenposts bei MacUser.de lesen schnell getroffen: So einen bestell’ ich mir. Bei eBay sucht man da natürlich zuerst, mit einem Gebot 2 Sekunden vor Schluss ersteigerte ich mir dann den Mini für vergleichsweise günstige 380 €.

Der Händler machte einen super Eindruck, eine Frage per E-Mail wurde schnell beantwortet. Auch die Überweisung ging schnell raus und kam schnell an (am Mittwoch, um genau zu sein). Der Verkäufer schickte das Paket auch umgehend los, doch selbst am Samstag war kein Paketlieferant in Sicht.

Das kann ja mal passieren – schließlich existiert seit kurzem eine Dauerbaustelle (bis September), dadurch kann die Post nicht die gewohnte Route fahren und müsste über die anliegende Straße zuliefern. Vorrausschauend (und weil in der Woche vor dem Kauf ein Paket einfach mit dem Hinweis „Unbekannt/Verzogen” zurückgeschickt wurde) informierten wir also die Post über den Zufahrtsweg, damit diese die Pakete dem Fahrer der anderen Route mitgeben kann. Der Mitarbeiter versprach, das als Fax weiterzuleiten.

Ich ließ mir also vom Verkäufer den Sendungscode schicken und sah nach, was mit dem Paket los ist. Der Status lautete: „Die Sendung wurde auf Wunsch des Empfängers zurückgestellt und wird am nächsten Werktag ausgeliefert”. Hmm, der Empfänger bin doch ich. Seit wann kann DHL Gedanken lesen? Nach meinem Wunsch hat mich nämlich niemand gefragt. Aber gut, wenn das Paket am nächsten Werktag da ist, will ich mal nicht so sein.

Montags kam jedoch noch immer kein Paket an. Ich ging also zur Post und fragte nach, was mit meinem Paket sei. Die Dame am Schalter informierte mich, dass montags grundsätzlich keine Pakete an Privatkunden ausgeliefert werden. Ich solle also bis Dienstag warten, danach könnte ich ja noch mal vorbeischauen, wenn immer noch nichts angekommen sei. Außerdem habe die Post leider keinen Ansprechpartner bei DHL. Komisch, an wen hat der Kollege denn dann das Fax geschickt? +49-PAPIER-KORB?

Dienstag, 14:00 Uhr: leider immer noch kein Paket. Die letzte Chance auf Lieferung besteht bis ca. 16 Uhr, wenn der Fahrer auf dem Rückweg ist. Wir riefen also bei der Hotline an und fragten, wann denn unser Paket endlich geliefert werden würde, schließlich sollte es am nächsten Werktag kommen, und da montags keine Pakete geliefert werden, ist das nun mal der Dienstag. Die Hotline wusste nichts davon, dass montags nicht ausgeliefert wird. Stattdessen wird samstags an Firmen nicht ausgeliefert, da diese dann meist nicht erreichbar sind. Das Paket kommt stattdessen montags an. Da hat die nette Dame wohl etwas vertauscht, oder sie wollte mich schnell loswerden. Die gute Nachricht allerdings: Das Paket wurde morgens aufgeladen und wird im Laufe des Nachmittags ausgeliefert. Doch (wer hätte das gedacht?) Fehlanzeige. Den ganzen Tag über kam kein Paket an, es war aber immer jemand zuhause.

Ich sah also auf der DHL-Website nach, wo mir mitgeteilt wurde, dass mein Paket mit dem Hinweis „Unbekannt/Verzogen” an den Absender zurückgeschickt wurde. Aufgehalten werden kann es nicht, ob der Versender das Geld zurückerstattet bekommt ist Ungewiss.

Na toll. Also abwarten bis das Paket wieder zurück in Berlin ist. Am Donnerstag war es dann soweit. Das Porto hat der Verkäufer als DHL-Wertmarken erhalten, teilte er mir mit. Diesmal schickte er das Paket jedoch an meine Nachbarin, welche im Bereich der besagten anderen Route wohnt.

DHL
DHL: Es geht doch!

Am Samstag war es dann endlich soweit (na also, es geht doch auch schnell), das Paket kam an. Dabei wäre es für den Lieferanten der gleiche Weg gewesen: 50 Stufen Treppe runter (zu mir) oder hoch (zu meiner Nachbarin). Aber so ist das nun mal bei der Bürokratie, keiner weiß, was der andere tut.

Im Nachhinein erfuhr ich übrigens, dass der Fahrer jeden Tag ein anderer ist, und es deshalb recht schwer ist, diesem bescheid zu sagen. In Zukunft werde ich also als Lieferadresse nicht meine eigene angeben können, sondern muss meine Nachbarin damit belasten. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal dafür :-).