Startschwierigkeiten

(2007-09-07)

Als ich meinen neuen Rechner „A64” gekauft und zusammengebastelt habe, erwarteten mich im Laufe der Zeit so einige Probleme. Damit nicht jeder mit einer ähnlichen Zusammenstellung (könnt ihr euch bei „Meine PCs” ansehen, am wichtigsten ist wohl aber das Mainboard: ASUS A8N-SLI) die selben Schritte durchlaufen muss, habe ich mich entschlossen, die Probleme und deren Lösung niederzuschreiben.

nForce 4: „Nee, die Audigy 2 ZS mag ich nicht, nimm gefälligst meine Onboardkarte!”

Das erste Problem äußerte sich durch sporadische Bluescreens, bei denen allerdings kein sinnvoller Hinweis auf die verursachende Komponente zu finden war, lediglich der Name eines Treibers meines Mainboards tauchte auf. Ein Absturz, der durch das Mainboard selbst hervorgerufen wird, wäre meiner Meinung nach aber äußerst ungewöhnlich, gerade bei dem (damals?) beliebten nForce 4-Chipsatz.

Um dies trotzdem als Fehlerquelle auszuschließen beschloss ich, die Software (sprich: Treiber, Firmware) auf den neuesten Stand zu bringen. Leider gestalte sich dies aufgrund der Verbreitungsmethode/Internetanbindung der Server von ASUS als etwas schwierig: Die benötigten Dateien waren auf dem europäischen und auf dem USA-Mirrorserver nicht vorhanden. So musste ich dann mit ganzen 3 KB/s (bei 720 möglichen KB/s!) das Update laden, nur um später festzustellen, dass sich angeblich gar kein ASUS-Board in diesem Rechner befindet. Was hab ich denn dann eingebaut?

Nun gut, also kein BIOS-Update. Stattdessen überlegte ich also, was ich denn zeitweise ausbauen könnte. Außer der Soundkarte (eine Creative Audigy 2 ZS) wurden aber alle Komponenten zwingend zum Betrieb benötigt. Ich habe also die Soundkarte ausgebaut und hatte seitdem tatsächlich keine Abstürze mehr. Eine kurze Google-Suche verriet mir, dass nicht nur ich mit dieser Soundkarte in Kombination mit diesem Board Probleme hatte: Die Treiber von Creative seien Schuld an den Abstürzen, eine Lösung nicht bekannt. Seitdem benutze ich die Onboard-Soundkarte…

Update: Seitdem ich Linux benutze, funktioniert die Soundkarte wunderbar :-).

„Beim ersten Rufen reagiere ich grundsätzlich nicht…”

Nach einiger Zeit trat dann ein ganz anderes Problem auf: Als ich den Rechner wie üblich morgens vor der Schule einschalten wollte, blieb der Bildschirm einfach schwarz. Erst nachdem ich den Einschaltknopf mehrmals betätigte (mit Strom aus-/einschalten zwischendrin) fuhr der Rechner wieder hoch. Nach einigen Auftritten des Problems tat er das jedoch gar nicht mehr. Nach dem obligatorischen Prüfen, ob denn alle Kabel festsitzen, die Grafikkarte richtig eingesteckt ist und der CPU-Kühler läuft, baute ich den RAM aus und wieder ein und siehe da: Es geht wieder.

Doch das Problem sollte nicht nur einmal auftreten. In unregelmäßigen Abständen zeigten sich die selben Symptome, die durch die selbe „Lösung” wieder verschwanden. Ich suchte also im BIOS nach Einstellmöglichkeiten und stolperte über die RAM-Timings. Diese standen bislang auf „Auto”, also stellte ich sie einfach fix ein, aber mit genau den Werten, die auch Everest vom SPD ausließt. Seitdem trat auch dieses Problem nicht mehr auf.

Als ich dann im März 2006 neuen, zusätzlichen RAM einbauen wollte, traf ich auf ein ähnliches Problem: Nach einigen Stunden erfolgreichem Betrieb teilte Windows mit, dass ein Speicherfehler in Opera aufgetreten sei, kurz darauf im Explorer und nach Bestätigung des Dialogs folgte der Bluescreen. Statt hochzufahren piepste der Rechner nur noch bei erneutem Einschalten. Sobald ich die neuen Speichermodule ausbaute, funktionierte es wieder. Auch das Zurückstellen der Timings auf „Auto” brachte nichts.

Im PC-Laden wurde mir dann geraten, die Spannung etwas hochzusetzen, das funktioniert auch sehr gut und scheint die Lösung für alle meine bisherigen Speicherprobleme zu sein.

„Zwei Grafikkarten? Dann kriegst du aber nur 1,5 GB von 2 GB RAM!”

Seitdem ich eine zweite Grafikkarte (identischen Typs, also zwei GeForce 7600GS) eingebaut habe, erkennt das Mainboard nur noch 1,5 von 2 GB verbautem Speicher. Im BIOS steht zwar, dass 2048 MB installed sind, beim Starten erscheinen jedoch nur 1536 MB OK.

Zuerst dachte ich, dass einer der RAM-Riegel kaputt sei, was ich dann durch einzelnes Testen in memtest86 ausschließen konnte.

Das Ausbauen der Grafikkarte brachte dann komische Effekte mit sich. So startete der PC bei ausgebauter Grafikkarte gar nicht mehr (obwohl er vorher problemlos funktionierte – wird da etwa ein Zustand irgendwo gespeichert oder wie kann man sich das erklären?!).

Zu guter letzt half mir dann ein BIOS-Update (auf das aktuelle Beta-BIOS 1604 von der ASUS-Website). Geflasht habe ich es mit einer FreeDOS-Installations-CD, welche meinen USB-Stick erkannte – superpraktisch, wenn man kein Diskettenlaufwerk mehr hat :-).

Nach dem problemlosen Update (vorher lief übrigens Version 1001) erkannte das Board wieder die vollen 2048 MB und das sogar im Dual-Channel mit DDR400! Vorher ging in der Konfiguration nur DDR333. Auch mit den neuen Timings, die nach dem BIOS-Update automatisch von „Auto” auf eine feste, schnellere Konfiguration erhöht wurden, laufen stabil.

Fazit: Aktuelles BIOS und eine leicht erhöhte RAM-Spannung helfen bei Modul-Vollausbau :-).

Suspend-to-RAM unter Linux

Damit ich den Rechner nicht immer komplett hochfahren muss und ihn trotzdem abends ausschalten kann, möchte ich Suspend-to-RAM benutzen. Unter Linux mit aktuellen Kernel sollte das recht einfach funktionieren:

echo mem > /sys/power/state

Allerdings kommt der Rechner dann zwar nach betätigen des Einschaltknopfs wieder hoch, jegliche Befehle, die mit Festplattenzugriffen zu tun haben, hängen jedoch einfach so (also leider auch dmesg, strace, und sonstige hilfreiche Tools zum Fehlerfinden).

Das könnte an der Kernel-Version liegen, dachte ich (2.6.20-gentoo-r8), und installierte 2.6.22.6 (der neuste stabile Kernel zum Zeitpunkt des Schreibens). Allerdings funktioniert hier das Suspend gar nicht, ich sehe nur einen blinkenden Cursor auf schwarzem Bildschirm, der Rechner schaltet sich aber nicht aus.

Jegliche Optionen wie noapic oder acpi_sleep=s3_bios,s3_mode halfen nichts, Tipps, die auf X oder proprietäre Grafiktrieber anspielten, ignorierte ich erstmal, denn die grafische Oberfläche war zum Zeitpunkt des Testens noch nicht mal geladen.

Des Rätsels Lösung fand ich dann schließlich auf der Kernel-Mailingliste: Ein Patch für den Treiber sata_nv, welcher Suspend/Resume-Unterstützung bereitstellt. Nachdem ich diesen dann angewendet hatte und den neuen Kernel installierte, funktioniert’s auch einwandfrei wie oben beschrieben mit dem Suspend :-). (Die acpi_sleep-Option hab’ ich trotzdem dringelassen, ich weiß leider nicht, ob’s auch ohne geht).