SSH-fähiges Terminal

(2007-08-21)

Warum? Es gibt doch Terminal.app!

Das normale Terminal(.app) funktioniert zwar recht schnell und sieht ganz gut aus (auch die Farben werden relativ gut dargestellt), doch es hat einige Probleme, was es für den Einsatz von SSH unbrauchbar macht. Eine Alternative muss also her. Eine kurze Suche auf macupdate.com bringt iTerm zum Vorschein.

iTerm kann man aufgrund seiner "Vielfalt" (naja, nicht wirklich viel, aber im Vergleich zu Terminal.app... ;-)) empfehlen, ganz klar schlecht ist es jedoch in der Konfiguration, weshalb ich mich auch dafür entschieden habe, dieses – zugegebenermaßen kurzes und relativ sinnloses (Programmbedienung erklären? Nunja...) – Tutorial zu schreiben ;-). Vielleicht hilft’s ja jemandem, der es zufällig findet...

Update: Mittlerweile habe ich funktionierende Umlaute für SSH-Verbindungen auf ein ISO-8559-System auch im normalen Terminal einstellen können. Dazu muss man einfach „Fenstereinstellungen” → „Darstellung” → „Zeichensatz-Codierung” auf Latin-1 umstellen und für die Eingabe von Sonderzeichen das Häckchen bei „Fenstereinstellungen” → „Emulation” → „Nicht-ASCII-Zeichen in Escape-Sequenz umwandeln” entfernen. Was das für Auswirkungen auf die direkt auf Mac OS X laufenden Konsolenanwendungen hat, kann ich aber (noch) nicht sagen… Für diese Methode müssen übrigens auch die folgenden Optionen in der Datei ~/.inputrc gesetzt sein:

set meta-flag on
set convert-meta off
set output-meta on
set input-meta on
set show-all-if-ambigous on

Installation

Sobald man iTerm wie jedes andere OS X-Programm installiert (einfach in den Programme-Ordner ziehen) und zum ersten mal öffnet, hat man ein dem Terminal.app-Fenster recht ähnlich aussehendes Fenster vor sich. Gleich auffallend: die Transparenz.


Standardfenster in iTerm

Grundsätzliche Konfiguration

iTerm unterscheidet zwischen Profilen und Einstellungen, die nur für das aktive Fenster gelten. Die Einstellungen für das aktive Fenster kann man - das ist noch recht einfach - über Tools → Konfigurieren erreichen. Üblicherweise stellt man unter Session → Kodierung erstmal UTF-8 aus (zumindest, wenn man mit etwas älteren Systemen kommunizieren möchte via SSH), empfehlenswert ist zb „Westeuropäisch (ISO Latin 9)” (deutsche Umlaute mit Eurozeichen) oder gleich „Westeuropäisch (Windows Latin 1)”. Des Weiteren könnte die geglättete Schrift nerven (je nach dem, ob man es gewohnt ist, oder eher auf Linux-Terminals/PuTTY unter Windows gearbeitet hat), die man wie folgt deaktiviert: unter Fenster → Schrift und Nicht-ANSI-Schrift die selbe Schrift wählen (um ein einheitliches Schriftbild zu aktivieren) und anschließend den Haken bei Schriftglättung entfernen. Ich benutze als Schrift die voreingestellte Monaco in Größe 10. Wer eine gute Terminalschrift kennt, möge mir doch bitte bescheid sagen :-).

Damit diese Einstellungen nun auch für neue Fenster greifen, muss man sie als Profil abspeichern. Dazu geht man auf iTerm → Einstellungen → Allgemein → Profile. Man findet hier die selben Einstellungen wie bei der fensterbasierten Konfiguration, es ist noch ein weiteres Tab mit Tastatureinstellungen vorhanden.

Lesezeichen

Sobald man mit den Profileinstellungen fertig ist, kann man sich sogenannte Lesezeichen anlegen. Diese lassen sich mit Tastaturabkürrzungen versehen, sodass man zum Beispiel durch Alt+Apfel+S ein neues Tab (wenn man Shift drückt, ein neues Fenster) Öffnet, in dem man sich automatisch mit seinem Server verbindet und eine screen-session Öffnet. Doch Schritt für Schritt: zuerst öffnet man die Lesezeichen via iTerm → Einstellungen → Lesezeichen. Dort kann man nun die vorhandenen Lesezeichen (außer Rendezvous, was eine Art Autokonfiguration ist) bearbeiten/löschen. Für uns interessant ist das Anlegen neuer Lesezeichen, was über den Knopf mit dem Plus geschieht. Nun kann man das Lesezeichen betiteln und einen Befehl eingeben. Hier kann man nun einen ganz normalen SSH-aufruf verwenden, zum Beispiel "ssh -t [email protected] screen -r" um eine SSH-Verbindung mit 192.168.1.2 unter dem Benutzernamen "benutzer" herzustellen und dort sofort die letzte Screen-session wiederaufzunehmen. Den Parameter "-t" muss man angeben, damit ein virtuelles Terminal geöffnet wird - ohne funktioniert screen nicht. Weiter unten kann man dann die vorher gespeicherten Terminal- und Darstellungsprofile auswählen. Weiterhin interessant ist die Option Tastenkürzel. Wir stellen hier "S" ein und bestätigen die Dialoge mit "OK".

So - jetzt können wir iTerm noch im Dock behalten (mit rechter Maustaste/lange auf das iTerm-Symbol im Dock klicken und "im Dock behalten" wählen) und haben in Zukunft einen kurzen Weg zur letzten Screensession: iTerm öffnen, Alt+Apfel+S drücken - fertig :-).

Als kurze Hintergrundinformation: screen hat die nützliche Funktion, sessions zu "speichern", das heißt, wenn man die session mittels "screen -r" wieder aufnimmt, ist man dort, wo man beim "detachen" aufgehört hat (was automatisch beim Trennen der Verbindung passiert).

Ihr seid dran!

Wenn sich jemand gerade denkt, dass iTerm doch wirklich nicht mehr zeitgemäß ist und es doch viel bessere Terminals gibt: ich hab’ eine Feedback-Funktion zu jedem meiner Artikel - benutzt sie! :-)

Weitere Informationen

  • SSH ohne Passwort (auf Public/Private-Key basierend)
  • <li>
    <a href="http://www.openssh.com/manual.html" target="_blank"
    title="OpenSSH-Manpages">OpenSSH-Manpages</a> (Englisch; besonders
    ssh/ssh_config ist interessant)</a>
    </li>
    
    <li>
    <a href="http://www.pl-berichte.de/berichte/hurd/screen.html"
    target="_blank" title="Screen-Einführung auf Deutsch">Screen-Einführung
    auf Deutsch</a>
    </li>