Kurz-Howto: Auerswald-Telefonanlage unter Debian benutzen

(2007-08-21)

Da die Installation der Programme zum Verwalten einer Auerswald-Telefonanlage (COMpact 4410 USB in meinem Fall) dank eigenem Auerswald-Kerneltreiber, nicht verfügbarem Debian-Modul und Javas problematischer Lizenz nicht ganz so trivial ist, werde ich hier eine kurze Anleitung geben.

Kernel-Quelltext installieren

Benutzer, die einen eigenen Kernel verwenden, können diesen Schritt überspringen.

Zuerst benötigen wir den Quelltext des Kernels, den wir benutzen. Welche Version installiert ist, sieht man mit dem Befehl uname -r. Unter Debian kann man sich nun den Quelltext mittels apt-get install kernel-source-<version>, also bei mir zum Beispiel kernel-source-2.4.27, installieren. (Hinweis: Auf Ubuntu heißt das Paket linux-source.)

Anschließend kopieren wir die Konfiguration mit cp /boot/config-<version> /usr/src/linux/.config (bei mir also cp /boot/config-2.4.27 /usr/src/linux), sodass wir uns nun einen identischen Kernel kompilieren könnten.

Auerswald-USB-Kernel-Modul installieren

Den entsprechenden aktuellen Treiber kann man sich auf www.auerswald.de herunterladen (unter „Service”, „Download”, „Software, Treiber”). Zum Zeitpunkt dieser Anleitung sind Version 2.1.12 für Kernel 2.6 und Version 1.2.8 für Kernel 2.4 aktuell.

Die Installation verläuft hier noch problemlos (make && make install), geladen wird das Kernelmodul dann mit modprobe auerswald, wenn er in lsmod | grep auerswald aufgeführt wird, hat’s geklappt.

Falls die Devicenodes /dev/usb/auer* nicht existieren, muss man sie mit dem Befehl for i in `seq 0 15` ; do mknod -m 666 /dev/usb/auer$i c 180 `expr 112 + $i` ; done erzeugen.

Java installieren

So, nun geht’s ans Eingemachte – nicht nur weil Java unter Debian ohnehin schon umständlich zu installieren ist, sondern auch weil Auerswald anscheinend denkt, dass Linux ein Synonym für SuSE ist und wir daher die mitgelieferten Startscripts etwas umbiegen müssen.

Da die Lizensbedingungen von Java verhindern, dass daraus ein Debian-Paket gebaut und zum Download gestellt werden kann, müssen wir uns eben selbst eins bauen. Dazu installieren wir das Paket java-package, welches das freundlicherweise für uns erledigt.

Von java.sun.com brauchen wir nun die aktuelle Version des JDK (5.0 Update 7). Die Datei sollte jdk-1_5_0_07-linux-i586.bin heißen.

Wir erstellen nun das Paket mit fakeroot make-jpkg jdk-1_5_0_07-linux-i586.bin und installieren es mit dpkg -i sun-j2sdk1.5_1.5.0+update07_i386.deb. Nach erfolgreicher Installation legen wir noch mit ln -s /usr/lib/j2sdk1.5-sun /usr/lib/java einen Symlink an, der beim Aktualisieren von Java angepasst werden sollte.

Auerswald-Scripts anpassen

Wenn man nun die einzelnen Programme von Auerswald installiert, kommen diese mit einem Startscript namens start14.sh, in dem am Anfang die Umgebungevariable JAVA_HOME erkannt werden soll. Das klappt jedoch anscheinend nur auf SuSE-Systemen, sodass wir den Pfad einfach manuell setzen. Dazu löschen wir von der Zeile „# get correct JAVA_HOME entry” bis „if test -z $JAVA_HOME” alle Zeilen und fügen stattdessen die Zeile „JAVA_HOME=/usr/lib/java” ein. Der Anfang der Datei sieht dann so aus:

#!/bin/sh
#
# start script (java 1.4.x oder neuer)
#
JAVA_HOME=/usr/lib/java
if test -z $JAVA_HOME
then
    echo Die Datei "$JAVA_INC" ist fehlerhaft.
    echo Bitte passen Sie die Datei an Ihr System an.
    exit 1
fi

OK, das war’s – nun können wir die Programme wie in den LIESMICH-Dateien beschrieben starten.